23.01.–24.03.2019

Andrea Éva Győri

Eröffnung: 20.01.2019, 17:00

Andrea Eva Győri wurde 1985 in Budapest geboren und gilt als eine der interessantesten ungarischen Künstlerinnen Ihrer Generation. Ihr Hauptfokus liegt auf einer schmerzhaft ehrlichen Erforschung der weiblichen Lust zum einen und den Themen Schmerz und Krankheit zum anderen. Ihre Arbeiten, die sie in letzter Zeit zumeist im Medium Zeichnungen, Video und Keramik realisierte, sind geprägt von einer schonungslosen Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und Geist. Hauptcharakteristikum ihrer Arbeit ist eine massive Ehrlichkeit, mit der sie sich auch den dargestellten Menschen nähert. So startete sie bereits im Jahr 2012 einem besonderen Projekt: Da sie zu der Zeit keine Dusche in ihrer Wohnung hatte lud sie sich bei anderen Menschen zum Duschen ein. Als Belohnung konnten die Besitzerinnen und Besitzer der Dusche ihr Duschen dokumentieren. Für die vorletzte Manifesta 2016 in Zürich hat sie sich mit einer Sexualtherapeutin zusammengetan, mit der sie den weiblichen Orgasmus erforscht hat. Nachdem Andrea Éva Győri eine intime Atmosphäre von Ehrlichkeit, Vertrauen und Spaß geschaffen hatte, zeichnete sie masturbierende Frauen, die in ihren Raum kamen, um ihre sexuellen Fantasien und Erfahrungen mit ihrer Masturbation mit ihr zu teilen. Seither entstand eine Fülle an Zeichnungen, die zunächst naiv anmuten, sich dann aber als bildgewaltige Sammlungen von sexuellen Motiven und Handlungen zeigen, die frei von Tabus, den oder die jeweilige Betrachterin herausfordern.
Der Abbau von Tabus ist ein weiteres Hauptanliegen, das sie auf schmerzvolle Weise in einem neuen Projekt zum Ausdruck bringt. Für Ihre Ausstellung in der Vleeshal 2018 in Middelburg (Niederlande) entwickelte Győri eine neue Serie von Zeichnungen, Skulpturen und Videos, die einen offenen Einblick in ihren Umgang mit ihrer eigenen Krebserkrankung bieten.
Für die Ausstellung im IKOB schafft die Künstlerin eigens neue Arbeiten, die in einer ersten großen Überblicksausstellung, das Werk dieser noch jungen Künstlerin zeigen soll.

Ausstellungsansicht
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