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Rückschau - 2006

ANDRÈ BLANK "Retrospektive"
01.10.2006-17.12.2006
André Blank - Der Meister und seine Glasfenster
Eine Ausstellung mit Werken des Raerener Künstlers aus allen Schaffensperioden

"Eines Tages wird man nicht um eine Blank-Retrospektive umhinkommen".

Ausstellung im ikob Ausstellung im ikob
André BLANK Retrospektive
Ausstellung im ikob
Raumansicht
André BLANK Retrospektive
Ausstellung im ikob
Raumansicht

... so zitiert der Blank-Kenner Georges Schmits in seiner Monographie Blank, im Verlag Mardaga 1985 erschienen, einen anonymen Kunstkritiker, der dies schon 1956 äußerte.
Seitdem nimmt die abstrakte Kunst, kunstgeschichtlich gesehen, eine klassische Position ein und ist aus heutiger Sicht genau wie die figurative Malerei eine zyklisch immer wiederkehrende plastische Ausdrucksform, die jeweils von den vorangegangenen Kunststilen beeinflusst wird.
Für Ostbelgien konnten André Blank und Roger Greisch, wenn sie auch künstlerisch wie geographisch sehr verschieden positioniert waren, gemeinsam eine Bresche für die abstrakte Kunst schlagen.

Die Ausstellung umfasst Werke aus allen Schaffensperioden von André Blank und beginnt mit der Familiengeschichte, dem Vater Johann Blank, der als Dorfschullehrer in Raeren in seiner Freizeit malte und das Zuhause mit Jugendstildekors ausschmückte. Neben den verschiedenen Kunststilen, angefangen bei den Familienportraits, den kubistischen Interieurs, den informell gespachtelten und getröpfelten Materialbildern über die Periode der geometrischen Kompositionen bis hin zu den minimalistischen Farbflächen, steht bei André Blank zu allen Schaffensperioden die Gestaltung innerhalb der angewandten Kunst im Vordergrund sowie ab 1945 die Realisation von Glasfenstern und Glasblöcken in mehr als 30 Kirchen, Kapellen und öffentlichen Bauten.

Kirchenfenster Rocherath
Kirchenfenster Rocherath
© Johannes Weber

André Blank war in Belgien ab 1950 einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler in der Gestaltung von Glasfenstern, eine angewandte Kunst, die im Kontext der Architektur sein Lebenswerk durch den Zusammenschluss von räumlicher Meditation und minimalistischer Formgebung hin zur Abstraktion geführt hat. Die Glasfenster sind somit einer der wichtigsten Wegbereiter zum Verständnis von Blanks Ölbildern und seiner künstlerischen Entwicklung generell.
Diese Arbeiten sind nur den wenigsten bekannt und dürften für so manchen Ostbelgier und Kunstkenner eine interessante Offenbarung sein.

Im Eingangsbereich der Ausstellung zeigt das ikob das Filmportrait von André Blank, eine Produktion des BRF unter der Regie von Rudolf Kremer. Am Ende des Ausstellungsparcours wird im Auftrag des ikob ein Film von Roby Hoffmann auf Großwand gezeigt, mit den wichtigsten Kirchfenstern der Sankt Laurentius-Kirche in Mackenbach- 1957, der Johannes der Täufer-Kirche in Rocherath- 1965, der Kirche Saints Jean et Nicolas in Nivelles-1971, wo sich auf den hoch und schmal geformten Kirchenfenstern aus der Höhe der Gewölbebogen farbige Faltenwürfe herabsenken, die sich über die Bleistege breiten und die Hauptfiguren aufnehmen. Weiter die Kirche Saint Martin in Horrues bei Soignies-1967 und schließlich das großformatige Fenster im offenen Turm der Abteiruine in Stavelot-1986, die letzte Arbeit von André Blank. In der Ausstellung befinden sich Werke aus Familienbesitz, privaten und öffentlichen Sammlungen.

Die Familie Blank veräußert aus dem Familienbesitz ein begrenztes Konvolut, bestehend aus Gemälden, Zeichnungen und Graphiken und stellt sie zum Verkauf. Parallel dazu ist das ikob Herausgeber einer begrenzten und nummerierten Edition mit den seitlichen Fenstern der Südseite der Kirche von Rocherath, eine komplexe und wunderbare Anordnung von Rot- und Blautönen, die Blank der Kathedrale von Chartres nachempfunden hatte. Diese Edition wird erstmalig zum Verkauf angeboten.

Francis Feidler
Direktor des ikob
Kurator der Ausstellung

Informel IV
Informel IV
1963
Öl auf Leinen
Privatsammlung
Informel VIII
1962
Öl auf Leinen
Privatsammlung
André Blank
Geb. 1914 in Raeren, gest. 1987 in Raeren

Nach dem Besuch der Volksschule in Raeren ging André Blank als 15-Jähriger zur Kunstakademie St. Luc in Lüttich, wo sein Talent schnell erkannt und gefördert wurde. Zunächst teilte er aber das Schicksal vieler Ostbelgier seiner Generation. Denn nach seinem Militärdienst bei dem in Eupen stationierten 2. Radfahrer-Regiment wurde er 1939 mobilisiert und erlebte den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am Albertkanal. 1942 zur Wehrmacht eingezogen, erlebte er die Schrecken der Ostfront. Auf der Krim und in Sébastopol zweimal eingekesselt, wurde seine Einheit nach Rumänien ausgeflogen und landete schließlich in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

Bereits 1947 sorgte Blank bei einer Ausstellung in Verviers für erste Beachtung. Später waren seine Werke wiederholt in Lüttich und Brüssel zu sehen, aber auch bei Gruppenausstellungen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Ihm war es stets wichtig, dass er seinen Lebenserwerb anders sichern konnte. Bis zum Jahr 1979 hat er an seinem alten, inzwischen zur Kunstschule erhobenen Institut in Lüttich und von 1956 bis 1963 in Tournai unterrichtet. Zuletzt beschäftigte sich Blank ausschließlich mit Architekturstudenten. So war er frei zu malen, wann und wozu er Lust hatte.

Tiefgreifende Umwälzungen hat sein Oeuvre in den vier Jahrzehnten seines Schaffens erfahren und umfasst verschiedene Perioden. Dabei war er bei aller Experimentierfreudigkeit und dem Bedürfnis, sich zu erneuern, stets weit davon entfernt, Konzessionen an den Publikumsgeschmack zu machen.

Zwanzig Jahre lang hat Blank gegenständlich gemalt. Der Übergang zur Abstraktion habe sich nur langsam vollzogen, schreibt Georges Schmits in einer 1985 erschienen Monographie über den Künstler. Blank fand auf Umwegen zu einer immer asketischer werdenden Bildsprache. Je mehr das sinnliche Wahrnehmungsvermögen des Menschen in einer technisierten Umwelt verödet, umso wichtiger wird die Erweckung von Phantasie, Empfindung und Gefühl.

Ohne Titel 1964
Ohne Titel
1964
Öl auf Leinen
Privatsammlung
Silence
1973
Öl auf Leinen
Privatsammlung

Blanks von „konsequenter optischer Askese“ getragene Bilder „kommen“ nicht, um Erwartungen zu erfüllen. Sie stellen sie eher in Frage. Ihre Rechtfertigung, wenn sie überhaupt einer bedürfen, ist die Irritation, der Anstoß. „Ich bin auf dem Weg zum Unbekannten. Ich gehe von einem Format aus. Aber Malen ist für mich immer ein Abenteuer“, hat Blank wiederholt in Gesprächen betont. „Ich bin ein Handwerker“, pflegte er stets zu sagen.

Georges Schmits hat in seinem Buch über den Künstler dessen zuverlässige Treue gegenüber Werkzeug und Werkstoff hervorgehoben. Tatsächlich haben diese beiden Faktoren immer wieder die Wandlungen seines Werks mitgetragen oder gar veranlasst. Demnach sei es Blank um ein „Vibrieren“ gegangen, das er als Einladung an den Betrachter verstehe, ihm in die Poesie der Farbschwingungen zu folgen und am harmonischen Spiel der einfachen und monumentalen Formen teilzunehmen.

„Es sind dies Harmonien aus einer neu gedachten, neu gestifteten und verwandelten Welt, in der alles banal Alltägliche in universaler Ordnung aufgehoben ist und verlischt. Zahlen- und Farbharmonien und monumentale Formen nehmen mit solch stiller Notwendigkeit für sich ein, wie sie uns eben in Werken begegnet, die in selbstverständlicher Stimmigkeit geschaffen wurden, in Werken, die Konflikte allein dazu erregen, um uns das glückliche Schauspiel ihrer Lösung darbieten zu können.“

Die wird besonders in seinen Glasfenstern deutlich, die eine eigene Kategorie in seinem Schaffen bezeichnen. Diese „Arbeiten in angewandter Kunst“, wie er sie nannte, wurden von der Bevölkerung in Ostbelgien jedenfalls leichter angenommen als seine abstrakten Gemälde. So schuf Blank nicht nur die Kirchenfenster von Mackenbach und Rocherath, auch in Lüttich, Nivelles, Charleroi und Namur tragen Glasfenster seine Handschrift. Blanks letzte Arbeit, die er 1986 noch vom Krankenbett aus betreute, sollte die Gestaltung eines monumentalen Glasfensters in dem imposanten Turm der ehemaligen Fürst-Abtei von Stavelot sein.

André Blank, von dem auch der Entwurf zur Kapelle zu Ehren der Hl. Catharina von Siena in Astenet stammt, ging stets einen eigenen Weg. „Ich wäre zufrieden, wenn ich den Menschen mit meinen Bildern ein wenig Ruhe schenken könnte“, meinte er 1987 in einem Interview mit der Kulturredaktion des Belgischen Rundfunks.

Silence

Silence
1973
Öl auf Leinen
Privatsammlung
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Sablier

Sablier
1986
Öl auf Leinen
Privatsammlung
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Rouge - Vert

Rouge - Vert
1967
Öl auf Leinen
Privatsammlung
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Ohne Titel 1964

Ohne Titel
1964
Öl auf Leinen
Privatsammlung
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Informel VIII

Informel VIII
1962
Öl auf Leinen
Privatsammlung
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Kirchenfenster Rocherath

Kirchenfenster Rocherath
© Johannes Weber
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Kirchenfenster Rocherath

Kirchenfenster Rocherath
© Johannes Weber
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Informel IV

Informel IV
1963
Öl auf Leinen
Privatsammlung
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Ausstellung im ikob

Ausstellung im ikob
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Ausstellung im ikob

Ausstellung im ikob
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Rudolf Kremer, 2005
BRF Redakteur

Creutz & Partners


Im Atelier - ein Besuch bei Künstlern der Euregio

Dans l'atelier - une visite chez des artistes de l'Euregio
In't atelier - op bezoek bij kunstenaars uit de Euregio
23.07. - 10.09.2006

Johan Muyle

Johan Muyle
La côte de la Redoute

  • Fotoausstellung mit Atelier-Porträts
    16. Juli - 10. September 2006
    Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
     
  • Kunstausstellung mit Werken der Künstler aus der Fotoausstellung
    23. Juli - 10. September 2006
    ikob, Museum für Zeigenössische Kunst, Eupen
Der Künstler

Der Fotograf Bernd Wartwig hat 37 Künstler der Euregio in der privaten Atmosphäre ihrer Ateliers fotografiert. Die Aufnahmen spiegeln einen spannenden Dialog von Künstlerpersönlichkeit, Kunstwerk und "intimer" Umgebung wider und gewähren einen - bislang nur wenigen Insidern zugänglichen - Blick "hinter die Kulissen". Die Ausstellungen

Es sind eine Fotoausstellung, ein Fotoband und eine Kunstausstellung entstanden, die in unterschiedlichen Zusammenstellungen in vier Museen der Euregio präsentiert werden.

Werke der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler zwischen Lüttich, Hasselt, Maastricht, Aachen und Eupen werden im ikob gezeigt. Parallel dazu werden im Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen die Fotos des Bildbandes "Im Atelier, ein Besuch bei Künstlern der Euregio" von Bernd Wartwig gezeigt.

Die Auswahl der Künstler aus dem belgischen, niederländischen und deutschen Grenzraum wurde von Francis Feidler ( ikob, Eupen), Tom Quik (Bonnefantenmuseum, Maastricht), Prof. Dr. Wolfgang Becker ( Direktor a. D. des Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen) und Annette Lagler (Kuratorin im Ludwig Forum Aachen) getroffen:

Die Künstler

Jacques Charlier (.pdf), Jim Sumkay und Johan Muyle (.pdf) aus Lüttich, Caroline Coolen (.pdf), Ives Maes und Fred Eerdekens aus Hasselt, Sidi El Karchi und Jowan van Barneveld aus Sittard, Ingeborg Meulendijks aus Steyl, Toon Teeken aus Maastricht, Wolfgang Nestler aus Kalterherberg, Antonio Nuñez und Vera Sous aus Aachen, und die in Eupen lebende Künstlerin Bärbel Schulte Kellinghaus

In einer Videoproduktionen zu sehen ...

Markus Baldegger - Günther Beckers - Felix van de Beek - Hans Benda - Sascha Berretz - Thomas Bortfeldt - Jef Geys - K.O. Götz - Norbert Grunschel - Helge Hommes - Michel Huisman - Jupp Linssen - Jacques Lizène - Sylvie Macias Diaz - Roland Mertens - Eric Peters Hartmut Ritzerfeld - Annette Sauermann - Doris+Jörg Schälling-Enderle Emil Sorge - Tobey Stevens - Han Van Wetering


Österreichische Kunst am oberen Tassenrand
Un art autrichien au point du débordement
02.04.06 - 18.06.06 Fotos von der Vernissage

Vernissage am 2. April

mit viel interessiertem Publikum

Seine Exzellenz, Botschafter von Österreich

Kunst zum Anfassen

Auch Filme gibt es zu entdecken

Francis Feidler (rechts) spricht mit Karin Frank über ihre Werke

Einige Künstler waren extra angereist



Franz West
Lemuren I & II

Oswald Oberhuber
Chambre d'amis

Das ikob präsentiert Werke von:

Hermann Nitsch - Franz West - Günter Brus - Arnulf Rainer
Erwin Wurm - Adolf Frohner - Elke Krystufek - ManfreDU SCHU
Oswald Oberhuber - Marco Lulic - Karin Frank - Ellen Semen
Eva Schlegel - Aglaia Konrad - Thomas Stimm - Casaluce-Geiger
Michaela Moscouw - G.R.A.M.

Elke Krystufek

Hermann Nitsch

Eine Ausstellung im Rahmen der Österreichischen
Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union 2006
Une exposition dans le cadre de la Présidence autrichienne
du Conseil de l’Union européenne en 2006


Konzept der Ausstellung

- Version française

Zeitgenössische Kunst aus Österreich bewegt sich häufig am Rande und in Opposition zu der so genannten feinen Gesellschaft. Das hat in Österreich Tradition, nicht nur unter Vertretern der bildenden Kunst, sondern auch im Theater und in der Literatur sind Kunst und Provokation eng miteinander verknüpft. Individualitäten wie beispielsweise Elfriede Jelinek oder Thomas Bernhard stehen, wie sonst kaum anderswo so gravierend zu finden, für eine deutliche Distanz zwischen den Kunstschaffenden und der Politik. Das Provokative liegt im Wesen der österreichischen Kunst.

Im Zentrum der Ausstellung steht der Mensch.

Mit vorwiegend figurativen Darstellungen, die klagen und anklagen, vertuschen und aufdecken, liebäugeln und frech drein schauen, wird die Spannweite menschlichen Lebens von der Geburt bis zum Tode gezeigt, ohne dabei Themen wie Liebe, Sex, Gesundheit und Krankheit, verlogene Alibiwahrheiten und falsch verteilte Gerechtigkeiten zu vernachlässigen.

Als Metapher zur Ausstellung dient eine volle Kaffeetasse mit Untertasse, die am oberen Tassenrand überläuft. Dieses Bild wird für die Einladung, das Plakat und die Werbung eingesetzt. Das Thema Österreich wird auf dem Werbeplakat durch eine barocke Tasse mit Untertasse dargestellt, ein Bild des Flusses und Überflusses. Der obere Tassenrand einer voll gefüllten Kaffeetasse unterliegt der ständigen Schüttelung, wobei mal Sahne, mal Kaffee, mal ein Gemisch von Kaffee und Sahne am oberen Tassenrand überschwappt und entlang der Tasse außen hinuntertröpfelt. Ein Intermezzo von polarisierenden Flüssigkeiten, schwarzem Kaffee und weißer Sahne, die innerhalb der Tasse behäbig in einen barocken und übersättigten Zustand verweilen, die aber in eine Existenzkrise geraten, sobald sie zum oberen Rand angespült werden und sich außerhalb der heimischen Brühe triefend in die Untertasse verlieren.

Wunderkammer Österreich, Austria im Rosennetz, so nannte Harald Szeemann, vielleicht der bedeutendste Kurator weltweit, seine Ausstellung, die im MAK, dem Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien, 1996 erstmalig gezeigt wurde, danach im Kunsthaus Zürich und anschließend im Palais des Beaux-Arts in Brüssel 1998 zu sehen war. Als uriger Schweizer Eidgenosse erfasste er wie kein anderer Ausstellungsmacher je zuvor die Kreativität eines Landes über einen Mix von Historie, Wissenschaft, Volkstümlichkeiten und Kunstentwicklung.

Szeemann sagte: "Für mich gibt es nur drei Länder in Europa, die man 'Visionär' behandeln kann: die Schweiz, Österreich und Belgien."

Und der damalige Herausgeber des Katalogs, Peter Noever, Direktor des MAK in Wien und der Kurator der jetzigen Ausstellung "Wiener Werkstätte" im Bozar in Brüssel, stellte in seinem Vorwort die Frage: "Kann es tatsächlich gelingen, ein Rosennetz zu knüpfen, das fein und zugleich weitmaschig genug ist, sodass sie alle in ihm enthalten und aufgehoben sein können?"

"Österreichische Kunst am oberen Tassenrand" gibt sich mit einem leicht ironischen Duft keinesfalls den Anspruch auf eine Gesamtschau Österreichischer Kunst, sondern will das 'künstlerische Temperament' aufgreifen, das sich frei bewegt und keine Enge duldet.

Francis Feidler
Kurator der Ausstellung und Direktor des ikob

Concept de l'exposition

L’art contemporain autrichien se heurte constamment à des limites et se trouve régulièrement en opposition avec ce que l’on appelle le beau monde. C’est une situation que l’on retrouve dans la tradition autrichienne, non seulement parmi les représentants des arts plastiques, car dans le milieu du théâtre - Thomas Bernhard - et de la littérature - Elfriede Jelinek - aussi, la provocation et l’art vont de pair. Il existe en Autriche un fossé entre le monde de la création et le monde politique, comme on le trouve rarement ailleurs. Cela explique pourquoi de nombreuses œuvres de cette exposition peuvent désorienter, voire heurter. Cette provocation se trouve dans l’essence même du travail des artistes autrichiens. Les œuvres ne se présentent nullement de manière aimable et esthétique aux du spectateur.

Au centre se trouve l’être humain.

Partant de représentations essentiellement figuratives, qui se lamentent, accusent, dissimulent et découvrent, séduisent et provoquent, on traite tout l’éventail des données humaines de la naissance jusqu’à la mort, en passant par l’amour, le sexe, la santé et la maladie, une justice et des vérités mensongères.

La problématique d’être à la fois être humain et artiste en Autriche, est représentée dans l’exposition par une tasse de style baroque et sa soucoupe, une métaphore de l’abondance et de la surabondance. Il arrive que par le bord d’une tasse de café bien remplie soumise à l’agitation de la table, de la main, déborde, soit de la crème, du café, soit un mélange de café et de crème qui glissent le long de l’extérieur de la tasse jusqu’à se loger dans la soucoupe.

Un Intermezzo de liquides polarisants, de café noir et de crème blanche, qui reposent confortablement dans un état sursaturé et baroque à l’intérieur de la tasse, mais qui entrent dans une crise existentielle, dès qu’ils sont ballottés au-delà du bord supérieur de la tasse et se perdent hors de leur mixture rassurante pour s’isoler dans la soutasse.

Francis Feidler


5X in progress
12.02.2006 - 05.03.2006 Vernissage am 12. Februar

Für alle kreativ tätigen Menschen ab 15 Jahren, die sich ernsthaft mit Malerei, Foto, Druck oder Objektkunst auseinandersetzen, bietet das ikob in Eupen eine einmalige Gelegenheit.
Die fünf nominierten Preisträger des ostbelgischen Kunstpreises 2005 Jean-Pierre Bredo, Ralph Cüpper, Willi Filz, Tanja Mosblech und Romain Van Wissen stellen ihre Zeit und ihre fachlichen Kenntnisse zur Verfügung, um junge und künstlerisch begabte Menschen in ihrem Ausdruck und ihrer Technik zu fördern.
In mehreren Sitzungen werden Schwerpunkttechniken erarbeitet, und ausgewählte Ergebnisse des Workshops werden in der Gruppenausstellung "5X in progress" vom 12. Februar bis zum 5. März 2006 im ikob gemeinsam mit den Preisträgern ausgestellt.

Impressionen der Workshops
Romain Van Wissen erklärt verschiedene Techniken ...
... auch Ralph Cüpper (links) hat ein Auge auf die Technik ...
... prüfende, aber zufriedene Blicke von Tanja Mosblech
(Mitte)

Die Künstler

Willi FILZ
Willi Filz fotografiert Menschen. Er lässt die Menschen sich selbst sein und schafft dadurch eine Stimmung zwischen Natürlichem und Geheimnisvollem.
Die Aufgabe ist Menschen zu fotografieren.
In dem Workshop wird der Ablauf von Planung bis zur Ausstellung bearbeitet. Besonderer Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung des Bildes oder Abbildes.

Ralph CÜPPER
Inhaltslose, meist versiegelte Behältnisse, stümperhafte technische Konstruktionen sowie Bilder, die an leere Anzeigetafeln oder erloschene Bildschirme erinnern.
Die Bilder, Objekte und Installationen rücken durch minimierte Ästhetik und konstruierte Funktionslosigkeit in einen Grenzbereich zwischen profaner Materialität und absurder Poesie. Sie demonstrieren leisen Spott und verstehen sich als Absage an Technokratie, Unterhaltungssucht und verzweifelte Inhaltssuche. Dagegen steht die Lust am unspektakulären Dinglichen, das sich hier (im Kunstbetrieb) zwiespältig selbst in Szene setzt.

Romain VAN WISSEN
Auf die Spur kommen oder auf der Spur sein.
Die Figur oder Gestalt soll sich im Bild auflösen und fast verschwinden, habe ich vor einiger Zeit entschieden. Von Konkretem sollten nur noch Spuren bleiben. Nicht im Sinne, etwas zu verbergen, sondern etwas anzudeuten oder alles durchsichtig werden zu lassen.
Im Wesentlichen entsteht bei mir ein Bild durch das Nebeneinandersetzen und die Unterlagerung von verschiedenen Farbspuren auf einer Fläche.
Diese vereinfachte Sicht des Werdeprozesses eines Bildes ist die Grundlage meiner Arbeit beim Konzipieren eines Werkes. Das Konzept besteht in der Überlagerung von verschiedenen autonomen Spurenschichten, im Experiment mit Materie, Form und Farbe.

Jean-Pierre BREDO
Mosaik und Intarsien auf Holz und Bodenteppichen, Skulpturen aus Holz.
Bredo arbeitet mit gemischten Techniken um eine klar definierte Form am Ende des Arbeitsprozesses zu erreichen.

Tanja MOSBLECH
Malerei - Bilderinstallationen
Mehrere Bilder formen ein Ganzes und wirken im Raum. Linien, groben Flächen gegenübergestellt.
Nichts, wenig, viel?
Es bleiben Struktur und Pinselführung.
Ein Stück Papier, Leinwand, Karton - voll Farbe oder unbearbeitet.
Das reicht ...

 
 
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