Rückschau - 2004
Vanitas, Eitelkeit van de Ijdelheden 31.10.2004 - 23.01.2005
Vanitasbilder sind Stillleben, die aus einer Ansammlung von gemalten Objekten an die Kurzlebigkeit der Menschen erinnern. Als kleine Mahnbilder an gut sichtbarer Stelle erteilen sie dem irdischen Vergnügen eine Absage, zumindest erinnern sie die wohlhabenden Bürger des 16. und 17. Jahrhunderts, speziell in den Niederlanden, an die Vergänglichkeit des Lebens und an die wahre Bestimmung des Menschen, ins Jenseits einzugehen und ein Teil der göttlichen Ewigkeit zu werden.
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Margret EICHER "Das Urteil des Paris" 2002 320 x 530 cm geknüpfter Wandteppich |
Sehr typisch für Vanitasmotive ist die Verbindung vom vollen satten Leben zum Tod und seinen Vorboten, wo über eine Symbolsprache an die Eitelkeit, die Nichtigkeit und die Vergänglichkeit des Lebens erinnert wird. Typische Vanitassymbole sind die abgelaufene Sanduhr, die verlöschende Kerze, der Totenkopf, Ungeziefer, Käfer und Würmer, verfaulendes Obst, umgestoßene und gebrochene Tonware, Seifenblasen, Muscheln, Blumen und vor allem Tulpen, Spiegel, gebrochene Pfeife, Rot- und Weißwein...
In der bildnerischen Darstellung nimmt der Tod bei allen Völkern der Erde einen breiten Raum ein, besonders in unserer Abendländischen Kultur. Das gemeinsame antike Erbe, der große Totenkult bei den Ägyptern und das Christentum haben die Wurzel für eine völkerverbindende Kunst und deren Ikonografie gelegt.
Jeder Kunststil steht in engem Zusammenhang mit dem jeweiligen Lebensstil, weswegen neue Lebenseinstellungen die Künstler zu neuen Kunstformen drängen. 171 Künstler waren zu der Themenausstellung "Vanitas, Eitelkeit van de ijdelheden" im IKOB eingeladen, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Genau wie das Leben, eine zumutbare Mischung von renommierten bis weniger bekannten Künstlern: Katharina Fritsch, Wim Delvoye, Berlinde De Bruyckere, Jan Fabre, Gloria Friedmann, Sen Chung, Jongsuk Yoon, Leo Copers, Margret Eicher, Jacques Charlier, Meyer Vaisman, Sherrie Levine, Alain Bornain, Guy Bleus.
Die Ausstellung war ein Spiegel der Ungereimtheiten und "Ungerechtigkeiten" des Lebens, wo das Ansehen und manches narzisstische Verhalten von Künstlern nicht zur Geltung kamen und angestammte Präsentationsvorteile auf Ausstellungswände und Raumvereinnahmungen keinesfalls berücksichtigt wurden.
Bert de Beul
Neue Ölgemälde: Stillleben, Landschaften, Städte und Menschen
22.08. – 03.10.04
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Ohne Titel, 2004
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Ohne Titel, 1999
| 21 Bildstationen unserer Alltagsumgebung
Bert De Beul, 1961 in Gent geboren gehört zu der Künstlergeneration hier in Belgien, die seit den 90ger Jahren die Malerei, als eines der traditionellsten Ausdrucksmittel, neu benutzt, um der bunten amerikanischen Bildkultur von Walt Disney und Mac Donald eine eigene Identität entgegen zu setzen.
In der Eupener Ausstellung entstand mit 21 kleinformatigen Ölgemälden ohne Titel ein Raumgefüge zwischen großen, leeren, weißen Wänden und winzigen unbedeutenden Bildausschnitten aus unserer täglichen Umgebung. Diese Entrücktheit und Isolierung verleiht dem "Schnappschuss des Alltags" eine außergewöhnliche Präsenz und viel Andacht, die den Alltag in eine fast mystische Atmosphäre versetzt, gleich den vierzehn Kreuzstationen. Durch diese Situation schärft sich unser Bewusstsein und definiert die Dinge neu.
Francis Feidler Künstlerischer Leiter des IKOB
Bibliografie | Biografie
DENMARK - ZERREI ß PROBEObjects - Installations 25.04.2004 - 27.06.2004
In ZERREI ß PROBE wird das gesamte künstlerische Werk DENMARKS auf den Prüfstand gestellt. Was verbirgt sich da in den Archiven? Von und über den Künstler? DENMARK gibt dem ZERRISS eine neue Bedeutung. Auch seinem Werk? DENMARK (geb. 1950 in Antwerpen), Magister Artium der Kunstgeschichte und Archäologiean der Rijksuniversität Gent. Lebt und arbeitet in Prouvy /Belgien.
Bildergalerie
Yves ZURSTRASSENNeue Abstraktion (Collages-Décollages)
01.02.2004 – 04.04.2004
Yves Zurstrassen gilt seit kurzem als DER Hauptvertreter der Neuen Abstraktion in Belgien, die in den letzten zwei Jahren die Kunstmessen erobert. So bot die Werkschau des Künstlers im IKOB die einzigartige Möglichkeit, die jüngste Entwicklung des Yves Zurstrassen und der Neuen Abstraktion nachzuvollziehen.
Zurstrassen entlockt der Technik des „Décollagierens“ erstaunliche Formulierungen. Weit mehr noch als beim Auftragen von Farbe entpuppt sich der reduktive Vorgang vom Wegnehmen zugedeckter Teile voller Überraschungen.
Ein Katalog mit einer Einführung von Renate Puvogel ist weiterhin erhältlich.
Since 2002 the work of Yves Zurstrassen changed completely. He now appears as the new protagonist of a new abstraction in Belgium. For the first time, IKOB gave the opportunity to discover the whole range of his actual work.
Zurstrassen started working with paper collages. But then the original project transformed – the artist did just the opposite: a kind of “decollage”. This “modus operandi” is very complex and brings about results that any other technique could make. In this delicate and fast succession of work steps, there is a serial intervention in time and space, which is the originality of such a technical process and perfectly represents its actuality.
The catalogue with an introduction from Renate Puvogel is still available.
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